Lipödem frisst Leben auf

Danke, dass Du Dir meine Seite anschaust und Dich für das Projekt „Fotokauf gegen Lipödem“ interessierst.

Indem Du hier gelandet bist, erhöht sich die Chance, dass sich mit Deiner Hilfe mein Leben verändern kann.

Mit dem Kauf von schönen Bildern kannst Du mir etwas für mich unglaublich Bedeutsames ermöglichen.

Wenn Du nichts kaufen, sondern mir „nur“ helfen möchtest, darfst du das natürlich gerne tun. Und auch, wenn Du nur aus reiner Neugierde hier gelandet bist und nichts von beidem möchtest, dann sei herzlich Willkommen!

Ich lade Dich ein, einen Blick in meine Welt zu werfen.

blondschopf

„Ich möchte MICH und meinen Körper zurück! Ich möchte schmerzfrei  sein“

Wer mich sieht, würde mich wahrscheinlich als „dick“ oder gar „fett“ bezeichnen. Wer mich gut kennt, der weiß, dass dies nicht auf übermäßige Ernährung zurückzuführen ist, sondern auf eine Krankheit. Ich bin eine der Frauen, die am sogenannten „Lipödem“ leidet.

Mein Name ist Ariane, ich bin jetzt 38 Jahre alt.  Meine Familie besteht aus meinem Mann Sinan (alias plastic-hand) und unseren beiden tollen Kindern (eine 3jährige Tocher und ein 4 jähriger Sohn).

Seit 2011 lebe ich mit der bestätigten Diagnose Lipödem.

Leider bedeutet „leben“ in diesem Zusammenhang für mich viel zu häufig nur noch „leiden“. Denn die alltäglichen Dinge des Lebens wurden für mich durch die Krankheit nicht nur extrem beschwerlich sondern oft unerträglich schmerzhaft.

So simple Dinge wie Treppen steigen tun nach wenigen Stufen einfach nur weh. Haare föhnen wird zur Herausforderung. Schminken benötigt mehrere Pausen, weil ich die Arme einfach nicht so lange anheben kann. Spazieren gehen, Wandern, Laufen, Sport…all das, was ich vorher so gern gemacht habe, wird aufgrund starker Schmerzen zur gehassten Notwendigkeit.

Meine Kinder kann ich nur kurz auf den Schoß nehmen; mich fest von ihnen umarmen lassen ist in meinem Fall mit Schmerz verbunden.

 

Und das Schlimmste dabei:

Das Lipödem kann weder durch Sport, noch durch Diät oder bewusste Ernährung bekämpft, verringert oder geheilt werden. Die Krankheit ist sogar fortschreitend und endet in der Schwerbehinderung oder, im schlimmsten Fall, im Rollstuhl. Die Krankenkassen bezahlen die Behandlung, die den Betroffenen hilft, bisher nur sehr selten. Allerdings übernehmen sie Behandlungen, die nachweislich keine Verbesserung bewirken.

Vor dem Ausbruch

ich vorher
ariane vorher
wir
ariane vorher

Nach dem Ausbruch

lipödem
lipödem
lipödem
lipödem

Das Projekt „Fotokauf gegen Lipödem“

Die Idee kam mir, als ich wie leider viel zu oft in den letzten Jahren, am Boden zerstört war. Das beschwerdefreie Leben liegt so nah und ist doch so fern. Einen Kredit über diese Summe aufnehmen geht nicht. Sparen war bei uns leider nie möglich. Also die Hoffnung aufgeben?

Ich kam an einen Punkt, an dem ich mir gerne das Leben genommen hätte. Als ich daran dachte und dann an meine Familie, war mir klar, dass eine andere Lösung herbei musste. Um Spenden bitten möchte ich nicht, denn wer hat heute noch was zu verschenken. Auf der anderen Seite gibt man vielleicht viel Geld für vermeintlich sinnlose Dinge aus…aber weil man sie schön findet!

Und so wuchs die Idee. Ich dachte mir: „Wenn mein Mann schon Fotograf ist, warum das nicht nutzen?“ Ich habe mit ihm darüber gesprochen und er war sofort dafür, sofern es dadurch nur die geringste Chance gibt, mir mein Leben wieder zu beschaffen.

Es geht also darum, dass Du dir etwas kaufen kannst, was Dir gefällt. Damit hilfst Du gleichzeitig mir mein Lipödem los zu werden ☺ Denn wir möchten nicht nur nehmen, sondern auch etwas geben.

Spenden

Aufgrund der Nachfrage nach einem Spenden – Button ohne Bilderkauf haben wir dies über Paypal ermöglicht.

(ACHTUNG: Geld in EUR an Freunde und Familie innerhalb der EU senden Kostenlos mit Ihrem Bankkonto oder PayPal-Guthaben. Bei Kreditkarten fällt eine Gebühr von 1,9% + 0,35 EUR an. )

Bezahlen per Überweisung:

Wir haben aus Sicherheitsgründen die Daten erstmal hier entfernt.

Falls eine Spende per Überweisung gewünscht ist, dann kontaktiere uns bitte unter: contact@plastic-hand.com

Und so funktioniert der Kauf im Shop:

6.200 / 20.000 EUR

Wie Ihr dem UPDATE entnehmen könnt, brauchen wir für die restlichen Operationen und Klinikkosten INSGESAMT noch 2.500 EUR

NEUER ZÄHLER ab jetzt!

175 / 2.500 EUR

Bis jetzt erreicht

2.500 EUR 5%

Wie funktioniert das Ganze?

Du hast die Möglichkeit im Shop in einer großen Auswahl von Fotos zu stöbern und im besten Fall etwas davon zu erwerben.

In dem Shop findest Du verschiedene Größen und Materialien für Dein gewünschtes Foto/Bild. Die Preise sind so kalkuliert, dass immer 11 EUR 14 EUR (Neuigkeit vom 28.09.2016 lesen bitte! Der Shop-Betreiber erlässt uns die Provision und somit fließt mehr Geld in die Kasse rein) pro Foto/Bild auf das OP Konto gehen (darin enthalten ist ein kleiner Anteil für das Finanzamt). Was darüber hinausgeht, sind Kosten für Druck und Versand vom Hersteller selbst.

Zur Auswahl stehen z.B. Fotoausdrucke (ab 20×30 cm für 14,95 EUR), Alu-Dibond, FineArt Hahnemühle und Leinwände.

Unter „Kategorien“ findest Du die verschiedenen Fotografinnen und Fotografen, die das Projekt mit ihren zur Verfügung gestellten Bildern unterstützen. Danke dafür, ihr seid einfach spitze!

Ein Auszug aus der Kalkulation

Ein Auszug aus der Kalkulation

Weitere Aktionen

Lars Kehrel von LaKe Lightroom Tutorials bietet seine beliebten Lightroom Tutorial Video mit Fynn Tastic als Model für eine kleine Spende von 15€

Update!

31.01.2017 – WICHTIGES UPDATE

17.11.2016 – Weitere Unterstützer

  • Ab jetzt im Shop sind in der plastic-hand Galerie Fotos von SONOs Auftritt in Frankfurt 11.11.2016 -> Zur Galerie

14.10.2016 – Weitere Unterstützer und Veröffentlichung im Lokalzeitung

09.10.2016 – Weitere Unterstützer

  • Der People Fotograf Toni Alex hat uns Bilder aus seinem Aufenthalt in Australien gesendet -> Zur Galerie
  • Der Fotograf Frank Weber alias fotologbuch.de hat uns tolle Bilder gesendet mit einer Schwarz Weiß Serie aus New York -> Zur Galerie

 05.10.2016 – Weitere Unterstützer

  • Johannes Simon von JS_pixelart hat uns Bilder gesendet und die sind großartig -> Zur Galerie

30.09.2016 – Weitere Unterstützer und Facebook Seite + 1. OP!

29.09.2016 – Weitere Unterstützer

28.09.2016 – Der Shop

Der Shop Betreiber Pictrs – Shopsystem für Fotografen hat die Provision auf 0% gesetzt!
Das heißt zum gleichen Betrag wie vorher bekommen wir 14 Euro raus anstatt 11 Euro. Und noch dazu wurde das Kontingent auf 10GB hochgeschraubt – bis dahin hatten wir 2 GB.

DAS IST GROSSARTIG und wir danken dem Team von Pictrs sehr für diese Möglichkeit.

  • Das bedeutet mehr Fotografen im Shop
  • Mehr Bilder im Shop in der Auswahl
  • 3 Euro mehr pro gekauftes Bild für die Aktion

27.09.2016 – Weitere Unterstützer

  • Tolle Illustrationen und Fotos haben wir von Blacksally erhalten -> Zur Galerie
  • j2ms lieferte uns sehr feine Bilder, die in den Shop nicht fehlen dürfen! -> Zur Galerie
  • Alexander Heinrichs hat ja bereits auf der Photokina live darüber berichtet und jetzt haben wir eine neue Galerie mit seinen tollen Bilder. -> Zur Galerie
  • Interview mit OHOKAY – Wir wurden von OHOKAY zum Thema Lipödem und Aktion ausgefragt für seinen Podcast. Soundcloud  & iTunes
  • Weitere Bilder erhalten. Wunderschöne Naturaufnahmen von DB-Photographx findet ihr jetzt im Shop -> Zur Galerie

26.09.2016 – Weitere Unterstützer & Bericht über die Aktion

25.09.2016 – Weitere Unterstützer & weitere Fotos

  • #HilfeFuerBlondschopf als Hashtag verwendet
  • Der Portraits und Hochzeitsfotograf Timo Raab hat uns einige seiner Bilder zur Verfügung gestellt -> Zur Galerie
  • Die Fotografin Nicole Färber hat uns schöne Katzenbilder gesendet -> Zur Galerie
  • Die Fotografin Miss Monk hat uns süsse Bilder gesendet -> Zur Galerie
  • GM-Photography hat uns weitere Bilder für seine Galerie gesendet

24.09.2016 – Weitere Unterstützer

  • Heute haben die wunderbare Daniela Vorndran von Black-Cat dazu gewonnen -> zur Galerie

23.09.2016 – Weitere Unterstützer und Spenden

22.09.2016 – Weitere Unterstützer

Markus von GM-Photodesign hat uns seine Bilder zur Verfügung gestellt

20.09.2016 – Shop Aufbau

Wir haben jetzt einen Shop in dem du Bilder und Fotos von Plastic-hand  & Photo-Art-Tastan kaufen kannst 🙂

Unsere Supporter

Was ich mir wünsche

Ich möchte Dich bitten mir auf dem Weg in ein neues Leben zu helfen. Unterstütze mich mit der Chance auf ein schmerz- und beschwerdefreies Leben und die OPs, die die Krankheit stoppen. Bewirke durch einen kleinen Beitrag Großes und kauf ein Bild.

Teile meinen Beitrag, sprich Bekannte, Freunde und Familie an. Vielleicht erreichen wir gemeinsam so viele Menschen, dass sich mein Traum erfüllt.

Wenn bis März 2017 „nur“ 2000 Menschen je ein Foto kaufen, dann hätten wir es geschafft

Ich kann versichern, dass sich niemand, schon gar nicht ich, in irgendeiner Weise an dieser Aktion bereichern möchte. Das gesamte Geld würde in die OPs fließen. Sollte, gesetzt dem unglaublichen und unwahrscheinlichen Fall, der benötigte Betrag überschritten werden, wird das Geld gespendet. Alle, die das Projekt unterstützt haben, dürfen zu gegebener Zeit mit bestimmen, an wen das Geld gehen soll.

LIPÖDEM?

Das Lipödem ist gekennzeichnet durch die atypische, symmetrische Häufung von Fettgewebe seitlich an den Hüften und Oberschenkeln und kann aus der Lipohypertrophie hervorgehen. Weiterhin können die Oberarme und im späteren Verlauf auch die Unterschenkel, Unterarme und der Nacken betroffen sein.

Die mit der Krankheit einhergehenden Schwellungen aufgrund der Einlagerung von Flüssigkeit aus dem Gefäßsystem(Ödem) können mit Schmerzen und Druckempfindlichkeit sowie der Neigung zu blauen Flecken einhergehen. Es liegt primär keine Schädigung des Lymphsystems vor, im weiteren Verlauf kann dieses jedoch durch die erhöhte Verletzlichkeit und Entzündungsbereitschaft des Fettgewebes geschädigt werden und somit die Ödembereitschaft erhöht werden.

Das Lipödem tritt fast ausschließlich bei Frauen auf, nach der Pubertät, nach einer Schwangerschaft oder im Klimakterium.
Quelle: Wikipedia – https://de.wikipedia.org/wiki/Lip%C3%B6dem

Lipödem bei Magersucht

Ein Beispiel für Lipödem trotz Magersucht - Bildquelle: http://kleinerna.privat.t-online.de

Die drei Stadien

Die Stadien der Krankheit - Bildquelle: https://lipoedemblog.files.wordpress.com

Endstadium

Entwicklung der Krankheit - Bildquelle: http://www.lipoedem.de

Myra Snöflinga hat die Krankheit durch ihren unermüdlichen Kampf in und mit den Medien, mit ihren Blogs und Videos bekannt gemacht. Unermüdlich setzt sie sich mit Menschen auseinander, die die Krankheit (noch) nicht kennen und die Betroffenen als „einfach fett“ abstempeln.

Sie selbst ist mittlerweile operiert und hat die Krankheit somit stoppen können. Myra weiß selbst am besten wie es ist vorher schlank gewesen zu sein und dann zuschauen zu müssen, wie der Körper ohne Grund auseinandergeht, bei jeder Bewegung schmerzt und man einfach nichts dagegen tun kann.

Heute lebt sie wieder schmerzfrei und hat ihre Freiheit, ihr Selbstbewusstsein und ihren Körper zurück. Endlich kann sie wieder ein normales Leben führen. Und das ist der Wunsch aller Frauen, die mit dieser Erkrankung zu kämpfen haben. Viele betroffene Frauen haben dank ihr erkannt, dass sie gar nicht dick oder fett sind, sondern einfach nicht die richtige Diagnose und / oder Therapie erhalten haben.

Der Kampf ist noch nicht zu Ende. Es hat sich viel getan und die Krankheit Lipödem ist in der Öffentlichkeit angekommen. Trotzdem scheint es noch ein langer Weg zu sein, bis die Erkrankung von der medizinischen Seite her adäquat behandelt und von der Gesellschaft akzeptiert wird.

Andere Betroffene wagen mittlerweile ebenfalls den Weg der Öffentlichkeitsarbeit und auch die Medien berichten nun häufiger über das Lipödem.

Dieses Video zeigt ganz gut, dass es sehr schwer fällt mit der Erkrankung und den Anfeindungen in der Öffentlichkeit, ganz abgesehen von den Schmerzen, zu leben.

Ich lade Dich ein in meine Welt

Walking in my shoes

Es gibt doch nichts schöneres, als lieben und geliebt zu werden

Der Partner sagt: „Ich liebe dich so, wie du bist!“; Kinder lieben ihre Mutter bedingungslos. Und ich als Ehefrau und Mutter möchte von dieser tiefen Liebe so viel wie irgend möglich zurück geben.

Meine Kinder auf den Arm nehmen, auf den Schoss setzen…mich so richtig von ihnen drücken lassen. Ich möchte sie auf den Schultern tragen, „Engelchen flieg“ spielen, Mit Autos Rennen über Teppiche und Fliesen fahren. Pferdchen sein und die Kids auf dem Rücken tragen. Ich möchte mich in den Schneidersitz setzen und mit meinen Kleinen Spiele spielen; ich möchte ihnen Geschichten erzählen, während sie auf meinen Oberschenkeln sitzen. Fußball spielen, Fahrrad fahren, Wandern, Rennen laufen, im Sand rumspringen; all das und noch so vieles mehr möchte ich mit meinem kleinen Sohn und meiner kleinen Tochter erleben.

Von meinem Partner mag ich fest umarmt oder auch mal neckisch gezwickt werden. Auch ein leidenschaftliches Zugreifen oder zärtliches Streicheln wäre einfach wundervoll. Gemeinsam schwimmen oder in die Sauna gehen ist eine schöne Vorstellung.

Ich möchte wieder tanzen, springen, lachen, rausgehen, Leute treffen und einfach SEIN. Ich möchte einfach wieder da fühlen und tun können, was mir vor dem Ausbruch des Lipödems möglich war.

Die alltäglichen Dinge des Lebens werden zum unerreichbaren Qualitätsgut

Mal wieder unbefangen lachen und den Blick nach vorne richten, nicht nur mit gesenktem Blick und der Befürchtung, dass jemand lachen oder lästern könnte durch die Welt gehen. Sich nicht immer klein fühlen, sondern als gestandene Frau, die mit vielen Erfahrungen, werten und Prinzipien durchs Leben geht.

Nicht bei jedem Happen, den man isst schämen, weil andere darüber urteilen, dass man fett sei oder maßlos, sondern einfach mal ein Eis genießen ohne sich dabei schlecht zu fühlen…das wäre ein Traum!

Nicht das Gefühl zu haben, auf ganzer Linie versagt zu haben, unzulänglich zu sein, wertlos und überflüssig auf der Welt…das wünsche ich mir. Mich frei bewegen zu können, ohne Angst, dass gleich der Schmerz da ist, der die Freude an Bewegung zunichte macht.

Ich möchte meinen Beruf mit Freude ausfüllen, weil ich ihn wirklich liebe und nicht jeden Tag auf der Arbeit Angst haben, wie lange ich diesen noch ausüben kann. Zu meiner Tätigkeit gehört z.B. der Tafelanschrieb zum Alltag und selbst das bereitet mir Qualen. So viele Dinge, die für jeden Menschen normal sind, werden für Lipödem-Betroffene ein geschätztes Gut.

Wer macht schon gerne etwas von dem er weiß, dass es Schmerzen bereitet? Bei jeder noch so sanften Berührung bekomme ich blaue Flecken. Ich wurde sogar mal darauf angesprochen, ob mein Mann gewalttätig sei!

Warum teile ich diese Gedankengänge mit euch? All das sind doch normale und alltägliche Dinge, die man mit seiner Familie macht, denkt ihr? Das sehe ich ganz genauso! Doch in meinem Fall ist mir all das unmöglich geworden. Aus einer einst so lebendigen, das Leben liebenden und aktiven Frau ist ein Wesen geworden, das ich selbst nicht mehr kenne und es auch nicht als Teil von mir akzeptieren kann.

Gefangen im eigenen Körper, der trotzdem nicht der meine ist

Ich bin gefangen. Eine Gefangene in Unbeweglichkeit und Schmerz, Depressionen, Bulimie, anorektischen Phasen und vor allem in meinem Körper. Der Körper, in dem ich stecke, ist nicht meiner. Er ist mir fremd und ich kämpfe jeden Tag mit ihm.

Das Lipödem ist eine genetisch bedingte, chronische und sehr schmerzhafte Krankheit, bei der die Fettzellen des Unterhautfettgewebes unkontrolliert wuchern und den Körper übernehmen. Die Krankheit bricht bei hormonellen Umstellungen wie Pubertät, Schwangerschaft oder Wechseljahren aus.p

Obwohl die Veranlagung bei mir wohl (im Rückblick betrachtet) schon in der Pubertät vorhanden war, so blieb der Ausbruch bis zu meiner ersten Schwangerschaft aus. Ich war als Jugendliche wirklich fett und habe es mit geschafft mit 19/20 Jahren mein Gewicht mehr als zu halbieren. Ich habe mich wohl gefühlt in meinem Körper. Aber ich musste immer auf meine Ernährung achten. Deshalb habe ich viel Sport getrieben und mich immer konsequent bewusst ernährt. Wer ein Mal dick war, weiß was das heißt und kennt auch die Angst davor wieder zuzunehmen.

Deshalb war auch die Entscheidung eine Familie zu gründen ein langer Prozess. Was würde das mit meinem Körper machen? Wie würde ich danach aussehen? Ich habe beschlossen, dass es nicht so schlimm werden kann und wenn ich auf mich achte und danach wieder trainiere, bin ich (mit leichten Veränderungen) wieder die Alte. Erst als ich in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft von Gr. 36 auf 40 „explodiert“ bin, wusste ich, dass etwas nicht stimmen konnte. Dieser Zustand wurde, trotz bewusste Ernährung,  immer schlimmer und damit auch meine Kleidergröße. Meine Beine wurden unproportional dick und ich konnte es auch nach meiner Schwangerschaft nicht wieder los werden.

Abnehmen ist bei dieser Krankheit beinahe unmöglich und kann sogar einen erneuten Schub der Erkrankung auslösen. Dies wusste ich allerdings damals nicht. Also wurde es bei mir immer schlimmer, was mich bis in eine Essstörung trieb…und trotzdem veränderte sich kaum etwas.

Während meiner zweiten Schwangerschaft wurde auch das Gewebe an den Armen befallen. Dies führt bis heute dazu, dass ich weder Jacken (nein, auch nicht im Winter), noch Stiefel, noch passende Hosen trage. Mittlerweile bin ich bei Kleidergröße 44/46 angelangt und ich kann NICHTS, aber auch rein gar nichts dagegen tun!

Mein Körper ist mein größter Feind und macht mich und meine Familie kaputt!

Die Therapie, die von den Krankenkassen übernommen wird, besteht aus Kompression und Lymphdrainage. In meinem Fall heißt das Kompression von den Zehen bis unter die Brust und von der Hand bis zur Schulter. Diese ist sehr, sehr steif und eng. Man kann sich darin schlecht bewegen, die Beine nicht übereinander schlagen oder sonstige alltägliche Bewegungen „einfach so“ ausführen. Jeden Tag habe ich Einblutungen an Armen und Beinen, weil der Druck der Kompression so stark auf die Haut wirkt.

Von morgens bis abends, jeden elenden Tag wird das morgendliche Anziehen zur Tortur und jeder Toilettengang zur Herausforderung. Meine Knöchel werden wund vom Anziehen dieses Materials und es ist einfach verdammt warm. Armbeugen und Kniekehlen werden dadurch wund und ich bewege mich wie ein Stehauf-Männchen. Spontan sein ist unmöglich, die Kompression muss mit viel Zeitaufwand eingeplant werden. Dazu kommen drei Mal die Woche Lymphdrainagen à 60 Minuten. Und das bei zwei kleinen Kindern und einem Beruf der mich Vollzeit beschäftigt.

Wenn man weiß, dass die Therapie hilft, wäre es da allemal wert, würdet ihr sagen? Ja, kann sein. Doch diese Therapie, die von der Krankenkasse übernommen wird, hilft erwiesener Maßen nicht! Sie hilft den Betroffenen, die zusätzlich noch ein Lymphödem haben. Aber bei mir handelt es sich um ein reines Lipödem. Und so führe ich diese Therapie in Verbindung mit bewusster Ernährung und Sport seit fast fünf Jahren durch, nur in der Hoffnung, dass es nicht schlimmer wird.

Doch das einzige was sich verändert hat ist, dass Begleiterkrankungen dazu kamen. Meine Haltung ist schlecht, ich habe x-Beine bekommen, die Knie- und Fußgelenke sind angegriffen und ich habe durch die Fehlbelastung, die das Lipödem mit sich bringt Arthrose bekommen.

Ich habe keine Kraft und keinen Kampfgeist mehr

Vor ein paar Monaten kam der letzte Schub, bei dem sich der Umfang von Armen, Beinen und Hüfte nochmal vermehrte und auch die Schmerzen so sind, dass ich mir am liebsten alle Extremitäten abhacken würde.

Jetzt ist für mich persönlich eine Grenze erreicht. Ich kann diese immensen Schmerzen und den Einschränkungen in meiner Bewegung und meinem Alltag nicht mehr ertragen. Und vor allem kann ich mit den Folgen für mich und meine Familie nicht mehr leben.

Ich möchte eine „normale“ Ehefrau und Mutter sein, der genauso die oben genannten selbstverständlichen Dinge zustehen! Ich möchte doch nur mein Leben führen und ich möchte SEIN. Mittlerweile bin ich ein Schatten meiner selbst, verlor mich und meine Lebensfreude.

Oft denke ich mir „Wenn du damit noch bis an dein Lebensende leben musst, dann bringe dein Leben zu Ende!“. Doch dann sehe ich meine Liebsten und denke: „Ich möchte MICH und meinen Körper zurück! Ich möchte schmerzfrei  sein!“

Jetzt könnte man ja sagen, dass man eine Erkrankung, die man nicht heilen kann, akzeptieren muss. Doch es gibt einen Weg der Verbesserung, der Schmerzfreiheit und der wiederkehrenden Beweglichkeit. Allerdings wird diese Behandlungsmethode von den Krankenkassen nur in wenigen Einzelfällen bewilligt und man muss immens viel Glück haben oder auch Jahre vor Gericht klagen, um dann, mit viel Glück, den Zuspruch zu erhalten.

Meine jetzigen Chancen sehen derzeit so aus, dass ich nach den OPs ohne Kompression, ohne Lymphdrainage und OHNE Schmerzen leben kann. Doch die Zeit drängt. Je weiter die Krankheit fortschreitet, desto wahrscheinlicher ist die zusätzliche Entwicklung eines Lymphödems, was dann eine OP so gut wie nutzlos macht.

Ich werde danach kein Model sein. Meine Haut wird hängen; mit meinen Armen kann man mich wahrscheinlich noch auf einem anderen Kontinent winken sehen. Aber ich wäre schmerzfrei und könnte wieder am Leben teilhaben und mit meiner Familie das Leben genießen. Sollte das nicht jedem zustehen?

Ich bedanke mich dafür, dass Du Dir die Zeit genommen hast, um alles zu lesen!